Supervisionsangebot

1198 habe ich  meine Anerkennung als Supervisorin AKJP durch das Institut für Psychoanalyse Düsseldorf und die Kassenärztliche Bundesvereinigung 4/98 erhalten, also noch vor Inkrafttreten des Psychotherapeutengesetzes. Meine Akkreditierung als Supervisorin durch die Psychotherapeutenkammer NRW erfolgte erstmals 2005.

Mittlerweilem bin ich akkreditiert als Dozentin, Supervirsoring und Selbsterfahrungsleiterin.
Ich arbeite regelmäßig als Supervisorin in der Weiterbildung von Ärzten im Rahmen der Ärztlichen Akademie für Psychotherapie von Kindern und Jugendlichen München e.V. und im Rahmen der Ausbildung AKJP am Düsseldorfer Ausbildungsinstitut. Daneben supervidiere ich auch institutionsunabhängig im Rahmen von Einzel- und Gruppensupervisionen und Qualitätszirkeln. Ich betreue supervisorisch Beratungsstellen verschiedener Träger, eine Klinik, Kindergärten.

Bei meiner Supervisionsarbeit handelt es sich nicht primär um Team-Supervision, obwohl das Team einer Einrichtung vorübergehend in den Fokus rücken kann, wenn durch Konflikte der pädagogische oder psychotherapeutische Ablauf gestört wird, oder wenn sich in den Team-Problemen pädagogisch oder psychotherapeutisch relevante Probleme spiegeln.

Meine Supervisionen biete ich an

  • als Einzelsupervision
  • als Gruppensupervision
  • im Rahmen von kasuistisch-technischen Seminaren mit besonderen inhaltlichen Vertiefungen
  • in Qualitätszirkeln

Als akkreditierte Supervisorin bescheinige ich den Ärzten und Psychotherapeuten die vorgegeben Fortbildungspunkte.

Mein Selbstverständnis als Supervisorin

Bei meinem Supervisionsangebot geht es um Fallsupervision bzw. um Supervision im Sinne einer selbstreflektierenden Analyse des eigenen beruflichen Handelns.

Supervision ist eigentlich ein schrecklicher Begriff, legt er doch vom Wort her Aufsicht, Leitung, (Gesinnungs-) Kontrolle oder gar Überwachung nahe. Damit ist eine Gefahr angesprochen, die jeder Supervision innewohnt, und die ein guter Supervisor im Auge haben muss: die Gefahr, sich – bewusst oder unbewusst – der Supervision zu be-dienen, um Macht auszuüben, seine Rolle und Funktion zu missbrauchen, zu manipulieren.
 
Supervision so wie ich sie verstehe meint aber keinesfalls psychologisch-psychotherapeutisch angeleitete Kontrolle. Eher versuche ich den Begriff aus ‚super’ und ‚vision’ ableiten und den Supervisor als einen ‚Von-oben-Blickenden, ‚Über-Blickenden’ zu verstehen, wie es BARTHE 1985 vorgeschlagen hat: frei von autoritären, besserwisserischen, bewertenden moralischen oder ideologischen Einlassungen, mit einem eingebauten Recht zum Zweifel sozusagen. Ein solches Verständnis von Supervision betont die Meta-Ebene eine triangulierte Haltung und den Austausch aus einem übergeordneten Blickwinkel, der für Supervision nach meinem Verständnis leitend ist und ganz besondere Anforderungen an einen Supervisor stellt.
Supervision verläuft überdies immer als mindestens triangulärer Prozess. Im Zentrum steht die Beziehung zur Klientel, immer auf dem Hintergrund der Berufsrolle. Gemeinsam ist beiden, Supervisor und Supervisand, dass sie die Bewerkstelligung einer optimalen Begegnung im Blick haben, die alles bereithält, was der psychisch instabile Mensch, mit dem der Supervisand befasst ist, und in den sich der Supervisor ebenso empathisch hineinversetzen muss wie in den Supervisanden, benötigt, um sich zu entwickeln und zu gesunden. Supervision ist also immer eng angebunden an den beruflichen und den methodischen Kontext des oder der Supervisonsteilnehmer und zielt auf kritische Reflexion des eigenen therapeutischen, beratenden oder pädagogischen Handelns und der dahinter liegenden bewussten oder unbewussten Motivation.
 
Konkret heisst das, dass ein erfahrener Praktiker, ein ‚Experte’, einen anderen teilhaben lässt an seiner Erfahrung, an seinem ‚unabhängigen’ Blick, indem er versucht aus dieser Perspektive des Nicht-Involviertseins das Dargelegter zu hinterfragen, zu verstehen, zu analysieren, und all dies dem Supervisanden zusätzlich an die Hand zu geben, zur Selbstreflektion, zur Selbstauseinandersetzung, um mit dieser neuen Perspektive, diesen neuen Erkenntnissen eventuell zu einer neuen Einsicht und schließlich zu einem neuen Handeln zu finden. Ein solcher Supervisor muss mit dem beruflichen Feld des Supervisanden vertraut sein und sich in permanenter Fortbildung befinden, also auch wissenschaftlich und methodisch auf dem Stand aktuellen Fachwissens sein.
 

Dieses Verständnis von Supervision hat auch Eingang gefunden in das Anforderungsprofil der Psychotherapeutenkammer (→ Fortbildungsordnung): Ein Supervisor muss nicht nur eine einschlägige Fachkunde durch Approbation in dem betreffenden Beruf und in dem Verfahren nachweisen, in dem sich die Supervision bewegt, er kann auch frühestens 5 Jahre nach Aus- oder Weiterbildungsabschluss akkreditiert werden, um so ausreichend Berufserfahrung zu sichern. Überdies muss er neben seiner supervisorischen Praxis „in relevantem Umfang“ selbst einschlägig psychotherapeutisch weiter arbeiten, was gewährleistet, dass er sowohl mit den Arbeitsabläufen, den Patienten/Klienten wie mit der Versorgungsrealität vertraut ist. In den Ausbildungsinstituten wird darüber hinaus noch regelmäßige und inhaltlich breit gestreute Lehrtätigkeit eingefordert, um zu sichern dass die Supervisoren neben ihrer persönlichen Entwicklung didaktisch, wissenschaftlich und technisch auf aktuellem Stand sind.

Generell gilt, dass Supervision vor allem darauf ausgerichtet sein sollte, die Ressourcen der Teilnehmer zu aktivieren und kritische Reflexion zu ermöglichen und professionelle Entfaltung zu fördern.

Ein solchermaßen verstandene Supervision kann m.E. nur gelingen mit einem unabhängigen Supervisor und in einem geschützten und respektvollen angstfreien Rahmen, insbesondere wenn wir Selbstöffnung und Selbsterforschung anstreben. Ideal wäre es, Supervisionsprozess das (modellhaft) wiedergibt, was auch der Supervisand für seine Arbeit benötigt. Auch er soll ja lernen, seinen Patienten oder Klienten aufmerksam und respektvoll zuzuhören und sich nur dann einzuhaken, immer auf Augenhöhe, mit einer eindeutigen und verständlichen Sprache, wenn im wechselseitigen Dialog Platz dafür entsteht.
 
Auch in der Supervision ist die Entwicklung einer psychotherapeutischen Atmosphäre und das Erleben einer psychotherapeutischen Haltung vonnöten, damit der Prozess in Gang kommt, in dem der Supervisand exemplarisch über den Supervisor hingeführt wid, sich in die innere Welt seines Patienten zu versetzen, mit der Brille des Betroffenen’ zu sehen und sich in einfühlendem Verständnis zu üben. Indem er sich ‚einwickeln’ lässt, aber auch wieder herausfindet, soll er lernen, wie sich spezifische Störungen in der therapeutischen Beziehung wieder aufgelegt und so ‚dechiffrierbar’ und bearbeitbar werden. Dazu benötigt er Übung und Vertiefung im symbolischen und „szenischen Verstehen“.
 
Vor deisem Hintergrund hat der Supervisor hat nun die Aufgabe, auftauchende Probleme und Konflikte des Supervisanden in Bezug auf seinen Patienten/Klienten und dessen Störung, die dieser eventuell gar nicht registriert, heraus zu filtern. Er sollte merken, wenn sich bei einem Supervisanden typische Konfliktmuster immer wieder wiederholen. Ein Supervisor hat mithin nicht nur die aktuellen Probleme und Konflikte im Therapiegeschehen seiner Supervisionsteilnehmer im Auge und in Arbeit, er muss sie nicht nur exemplarisch mit den verschiedenen Techniken und Elementen des therapeutischen Prozesses vertraut machen. Ein Supervisor hat darüber hinaus auch die Persönlichkeitsentwicklung seiner Teilnehmer im Blick und die Aufgabe, psychotherapierelevante Grenzen, Schwächen, Unzulänglichkeiten und Widerstände offenzulegen, um ihre Überwindung zu ermöglichen.