Psychotherapie als Heilberuf

 

Die Ausübung von Psychotherapie ist in Deutschland mittlerweile ein seriöser Heilberuf, und die Psychologischen Psychotherapeuten und Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten sind mit dem „Psychotherapeutengesetz“ von Januar 1999 den Ärzten durch Approbation gleichgestellt (→ Rechtliches/PsychThG). Ihre Berufsbezeichnungen Psychotherapeut / Psychologischer Psychotherpeut / Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut sind heute geschützt. Bis hierhin war es ein langer Weg:

Das Wunschbild einer Heranwachsenden

1964 hatte das Bundessozialgericht mit seinem „Neurosenurteil“ auch neurotische Erkrankungen als Krankheit im Sinne der RVO definiert und damit den körperlichen Er-krankungen gleichgestellt. 1971 wurde mit der Einführung des „Delegationsverfahrens“ für Psychoanalytiker und ‚Psychagogen’ (so hießen die Kinderpsychotherapeuten damals) die Erlaubnis geschaffen, unter Federführung von Fachärzten psychothera-peutisch zu arbeiten und über die Kassen abzurechnen. Die Verselbständigung der Kindertherapeuten und die rasche Weiterentwicklung psychoanalytischer Theorie und Behandlungstechnik führten zu einem veränderten Berufsverständnis, das sich 1975 in der Umwandlung der Berufsbezeichnung niederschlug: aus Psychagogen wurden „Analytische Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten“, was mit einer bundesweiten Vereinheitlichung der Ausbildungsanforderungen einherging, die nun denen angeglichen waren, die mit den Erwachsenen arbeiteten.

1980 wurde auch die Verhaltenstherapie von den Ersatzkassen als ‚Richtlinienverfahren’ im Rahmen der Delegation anerkannt. Damit war das Fundament gelegt für ein weltweit einzigartiges System der Behandlung psychisch kranker Menschen mit fachkundiger Psychotherapie im Rahmen gesetzlicher Krankenversicherung, das einen Versorgungsschub ermöglichte und einen intensiven Prozess der Professionalisierung in Gang setzte.

Professionelle Psychotherapie als heilkundliche Behandlung der besonderen Art setzt heute nicht nur eine Approbation und eine spezifische Fachkunde (Psychoanalyse, Tiefenpsychologie oder Verhaltenstherapie), sondern im Niedergelassenen-Bereich auch eine Zulassung voraus. Vorbehaltlich einer differenziellen Indikationsstellung im Rahmen einer sorgfältigen diagnostisch-probatorischen Phase (5-8 Sitzungen) ausreichender Motivation übernimmt Ihre Kasse auf Antrag die Kosten für eine Behandlung. (….weiter „Patienteninformation“)